Außerbetriebliche Berufsausbildung

Das BTZ setzt im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) die Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) um. Im Rahmen der BaE soll lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten jungen Menschen ein Ausbildungsabschluss ermöglicht werden.
Die Aufgabe unseres Teams aus Sozialpädagogen, Ausbildern und Stützlehrern ist es, durch gezielte Förderung von Schlüsselqualifikationen die Möglichkeit einer Übernahme in eine betriebliche Ausbildung zu erreichen. Es wird ein frühzeitiger Übergang in eine betriebliche Ausbildung, möglichst bereits nach dem ersten Ausbildungsjahr, angestrebt. Gelingt der Übergang nicht, wird die Ausbildung bis zum Abschluss außerbetrieblich fortgeführt.

Wir bieten die BaE im BTZ in folgenden Berufsgruppen an:
Bauten- und Objektbeschichter - Ausbildungsdauer 24 Monate
Maler und Lackierer mit allen Fachrichtungen  - Ausbildungsdauer 36 Monate
Fahrzeuglackierer  - Ausbildungsdauer 36 Monate

Zugangsvoraussetzungen - Wer kann eine BaE in Anspruch nehmen?

Für eine Teilnahme kommen lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen in Frage, die

  • keine berufliche Erstausbildung haben,
  • die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben,
  • wegen der in ihrer Person liegenden Gründe ohne diese Förderung eine betriebliche Berufsausbildung auch mit ausbildungsbegleitenden Hilfen nicht beginnen können,
  • Auszubildende, deren betriebliches Berufsausbildungsverhältnis vorzeitig gelöst worden ist und deren Eingliederung in betriebliche Berufsausbildung auch mit ausbildungsfördernden Leistungen aussichtslos ist, können ihre Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung fortsetzen, wenn zu erwarten ist, dass die Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Für den Teilnehmer entstehen keine Kosten. Die Auszubildenden erhalten eine Ausbildungsvergütung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Agentur für Arbeit, die über die Möglichkeit zur Teilnahme entscheidet.

Berufsschulunterricht

Das BTZ kooperiert mit der Albrecht-Dürer-Schule, einem Berufskolleg der Stadt Düsseldorf. Der Berufsschulunterricht wird in Teilzeitform an ein bis zwei Unterrichtstagen pro Woche nach Ausbildungsrahmenplan erteilt. Der Fachbereich Gestaltungstechnik befindet sich auf der Pestalozzistraße 30 in Düsseldorf Heerdt. 
Die Berufsausbildung von Auszubildenden, sowie der damit verbundene Bildungs- und Erziehungsauftrag erfordert eine enge vertrauensvolle Zusammenarbeit. Hier ist dem BaE-Team wichtig, dass jede am Förderprozess beteiligte Partei über den Lernstand am jeweils anderen Lernort informiert ist. Um den Auszubildenden gezielt helfen oder sie besonders fördern zu können wird einen gegenseitiger Informationsaustausch stets sichergestellt.

Fachpraktische Unterweisung

Die Schwerpunkte der praktischen Unterrichtseinheiten richten sich nach dem Ausbildungsrahmenplan und werden im BTZ in qualitativ hochwertig ausgestatteten Werkstätten durchgeführt. Hier knüpfen wir an vorhandene Kenntnisse und Erwartungen der Teilnehmer an und bauen fachpraktische Fähigkeiten individuell und systematisch aus. Es werden gezielt auf den einzelnen Teilnehmer handlungsorientierte Kundenaufträge zugeschnitten und mit Unterstützung umgesetzt, so dass Erfolgserlebnisse entstehen können. Klar strukturierte Arbeitsabläufe und die Transparenz der Lernziele in jeder Aufgabenstellung helfen dabei. Die Einteilung der Kundenaufträge in einzelne Lernschritte vermittelt den Teilnehmern sehr rasch kleine Lernerfolge die benötigt werden, um die fachpraktischen Fähigkeiten zu fördern. Positive Erfahrungen bestärken die Teilnehmer, die Ausbildung fortzusetzen. Unsere Ausbilder stehen in stetiger Absprache mit dem Teilnehmer, den Sozialpädagogen und den Lehrkräften, so dass alle am Förderprozess beteiligten Fachkräfte regelmäßige Rückmeldung über den aktuellen Leistungsstand und die an den Teilnehmer gerichteten Erwartungen haben.

Überbetriebliche Lehrgänge

Im Rahmen der BaE nehmen die Teilnehmer bereits im 1. Lehrjahr an zwei überbetrieblichen Lehrgängen im BTZ teil. So haben die Teilnehmer für eine frühzeitige betriebliche Vermittlung beste Ausgangsvoraussetzungen, um mit bereits erworbenen fachpraktischen Fähigkeiten zu überzeugen. Die überbetrieblichen Lehrgänge werden in der BaE nach Ausbildungsrahmenplan durchgeführt.

 

 

Betriebliche Ausbildungsphasen

Die betrieblichen Ausbildungsphasen sind bei der vorzeitigen Vermittlung in Ausbildung von herausragender Bedeutung und vermitteln zusätzliche fachpraktische Kenntnisse direkt vor Ort bei Kooperationsbetrieben. In diesen Phasen lernen die Teilnehmer die betrieblichen Anforderungen kennen und haben die Möglichkeit, sich selbst und ihre Fähigkeiten zu präsentieren. Sie können einem Ausbilder oder einem Betriebsinhaber zeigen, dass sie leistungsfähige Auszubildende sind und können sich so selbst den Weg in den ersten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereiten.
Unser Team verfügt über langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den in Düsseldorf angesiedelten Betrieben. Die Vermittlung der Teilnehmer erfolgt passgenau nach erstellten Anforderungsprofilen der Kooperationsbetriebe und den individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Teilnehmer. Der gesamte Vermittlungsprozess wird mit dem Teilnehmer und dem Betrieb zusammen hausintern vorbereitet, während der Durchführung begleitet und zum Abschluss reflektiert und nachbetreut.

Sozialpädagogische Begleitung

Ziel der sozialpädagogischen Begleitung ist die nachhaltige Stabilisierung des Teilnehmers, um die dauerhafte Eingliederung zu erreichen. Sie fördert die beruflichen sowie sozialen Handlungskompetenzen und unterstützt die Entwicklung des Teilnehmers in Bezug auf die Anforderungen der Arbeits- und Lebenswelt. Hierbei wird ein besonderer Schwerpunkt darauf gelegt, drohende Maßnahmeabbrüche frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Angebote zu vermeiden. Die psycho-soziale Betreuung durch langjährig erfahrene Sozialpädagogen im BaE-Team umfasst insbesondere: Krisenintervention, Konfliktbewältigung, punktuelle Elternarbeit, Alltagshilfen, entwicklungsfördernde Beratung und Einzelfallhilfe, Verhaltenstraining, Suchtprävention, Angebote zur Förderung der Selbständigkeit und  regelmäßige Sprechstundenangebote.

Individuelle Förderplanung

Die systematische Förderplanung ist die Grundlage für eine zielgerichtete Unterstützung der Teilnehmer. Sie baut auf den zu erhebenden Informationen über den Teilnehmer hinsichtlich seiner schulischen Erfahrungen, des bisherigen persönlichen und beruflichen Werdegangs, seines sozialen Umfeldes, seiner Kompetenzen und Defizite sowie weiteren für den Prozess wichtigen Schlüsselkompetenzen auf.
Hierbei ist der Teilnehmer jeweils aktiv und transparent in die Abläufe, Entscheidungen, Vereinbarungen und Konsequenzen eingebunden: Das individuelle Förderangebot wird mit ihm gemeinsam im Hinblick auf Förderschwerpunkte und -ziele festgelegt und in Form von Zielvereinbarungen adressatengerecht besprochen und festgeschrieben.

 

Stütz und Förderunterricht

Im Bereich der fachtheoretischen Inhalte erhalten die Teilnehmer gezielt auf ihren im Förderplan festgelegten Lernbedarf Stütz- und Förderunterricht. Hierzu gehören zum Beispiel der Aufbau von Basiskenntnissen in technischer Mathematik, die Erweiterung der Lese- und Rechtschreibkompetenz (besonders bei bestehenden Lernschwächen oder fehlenden Deutschkenntnissen) und zielgerichtete Vorbereitung auf Klassenarbeiten in der Berufsschule. Ziel ist es, die individuellen Leistungsschwächen des Auszubildenden zeitnah aufzuarbeiten.